Öffentliche Bekanntmachung über Selbsthilfe in der Gemeinde Katlenburg-Lindau

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Einwohnerinnen und Einwohner,

bereits 1982 berichtete die überörtliche Presse, dass durch freiwilliges aktives Zupacken Niedersachsens Bürgerinnen und Bürger ihren Städten, Gemeinden und Samtgemeinden über 24 Millionen DM an Kosten für öffentliche Aufgaben einsparen konnten. Sie haben es durch ihren Einsatz ermöglicht, dass in Städten und Gemeinden zusätzlich öffentliche Einrichtungen erhalten oder geschaffen wurden, die sonst nicht in diesem Umfang hätten zur Verfügung stehen können. Inzwischen ist der Wert der Eigenhilfeleistungen in Niedersachsen pro Jahr sogar noch erheblich angestiegen.

Auch in unserer Gemeinde Katlenburg-Lindau hat die teilweise prekäre Finanzsituation der öffentlichen Hand in der Vergangenheit auf den Haushalt voll durchgeschlagen. Gleichwohl war in Katlenburg-Lindau die Eigeninitiative der Bevölkerung schon immer hervorragend. Durch lobenswerte Eigenleistungen – in Geld oder Arbeit erbracht – konnte zumindest teilweise sichergestellt werden, dass das Gefälle zwischen reichen und armen Gemeinden nicht noch stärker wird und öffentliche Einrichtungen im angemessenen Umfang nach wie vor in Katlenburg-Lindau gebaut und unterhalten werden können.

Als Beispiele aktiven Bürgerinnen- und Bürgereinsatzes in den letzten Jahren gelten hauptsächlich folgende Aktionen:

  • Anstricharbeiten am Sporthaus, An- und Umbau der Festhalle, geplanter Anbau an das Feuerwehrhaus in Berka,
  • Unterhaltungsmaßnahmen am Spielplatz „Tulpenstraße“, Malerarbeiten am Brückengeländer und an der Bushaltestelle, Malerarbeiten an der Friedhofskapelle sowie Einrichtung einer Toilette auf dem Friedhof in Elvershausen,
  • Schaffung der Festhalle, Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses, Renovierung und Umbau des Kindergartens, Pflege öffentlicher Anlagen und Einrichtungen für den Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sowie Aufräumarbeiten am Dorfweiher in Gillersheim,
  • Einrichtung eines Übungsraums für den Musikverein im Dorfgemeinschaftshaus, Umgestaltung des Dorfgemeinschaftshauses sowie Baumpflanzaktionen und Aufstellen von Ruhebänken auf dem Burgberg in Katlenburg,
  • Herrichtung von Abstellmöglichkeiten auf dem Freizeitgelände, Sanierung der Umkleidekabinen auf dem neuen Sportplatz sowie Neubau des Feuerwehrhauses im Flecken Lindau,
  • Bau einer Garage für das Feuerwehrhaus, Einrichtung eines Junggesellentreffs mit Toilettenanlage, Anlegung einer Streuobstwiese im Dorf sowie Gestaltung des Thieplatzes in Suterode,
  • Anbau an das Feuerwehrhaus, Ausbau des Sporthauses, Einrichtung neuer Duschräume sowie Einrichtung eines Dorfladens in Wachenhausen.

Hinzu kommen weitere Einsätze der jeweiligen Dorfgemeinschaften, zum Beispiel bei jährlich stattfindenden Müllsammelaktionen in nahezu allen Ortschaften und Gemarkungen sowie bei der Begleitung und Unterstützung von Veranstaltungen der Ortsräte.

Den fleißigen Helferinnen und Helfern kann ein großes Lob ausgesprochen werden. Durch freiwilligen Einsatz ist die Gemeindekasse erheblich entlastet worden, denn diese Aktionen ersparen der Gemeinde sowohl beträchtliche Sach- als auch Personalkosten.

Neben den Bauprojekten, die durch Eigenhilfe verwirklicht wurden, sind jedoch ebenso die Unterhaltungsinitiativen aus der Bevölkerung, besonders bei der Pflege öffentlicher Grünanlagen und in der Ortsverschönerung, nicht genug anzuerkennen. Außerdem ist das Engagement in den Bereichen Schulen, Jugend, soziale Sicherung, Gesundheit und Sport sowie bei der Frauenarbeit zu würdigen, welches viele Einwohnerinnen und Einwohner immer wieder ehrenamtlich entwickeln und festigen. Nicht vergessen werden dürfen ferner die Anstrengungen in den Aufgabenfeldern Kultur, Denkmalpflege, Dorferneuerung und bei der öffentlichen Sicherheit.

Rat und Verwaltung sowie die Ortsräte der einzelnen Ortschaften wünschen sich auch für die Zukunft solche uneigennützigen Aktivitäten. Schon in den Jahren zuvor haben Selbsthilfemaßnahmen die Gemeinde wesentlich entlastet.

Was aber genau so wichtig ist: Durch das persönliche Engagement identifizieren sich unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger ungleich stärker mit den gemeindlichen Einrichtungen, als wenn sie nur Konsumenten einer gemeindlichen Daseinsvorsorge wären. Die tätige Mithilfe schärft überdies das Umweltbewusstsein und stärkt die Heimatliebe und hat ganz deutlich gemacht:

Bürgerinnen und Bürger wollen nicht nur Leistungsempfänger sein, sondern möchten aktiv am Gemeinschaftsleben beteiligt werden und Schwerpunkte setzen.

An Jung und Alt und an alle örtlichen Vereine und Verbände, die eventuell bisher noch abseits stehen, wird appelliert, sich ebenfalls der Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen.

Gleichzeitig bedanke ich mich bei den Aktiven der „Selbsthilfebewegung“ für ihre Einsatzbereitschaft und die geleistete Arbeit sehr herzlich.

Bitte helfen Sie unserer Gemeinde Katlenburg-Lindau auch in der Zukunft!

Mit freundlichen Grüßen
gez.
Uwe Ahrens
Bürgermeister